Bad Rodach schreibt RückrundenMärchen: Sieg über Tabellenführer und Remis im Kraftakt

Der TSV 1860 Bad Rodach hat zum Heimspielauftakt der Rückrunde in der 3. Bundesliga Damen Süd ein bemerkenswertes Heimspielwochenende hingelegt. Innerhalb von 24 Stunden holte die Mannschaft drei wichtige Punkte – zunächst mit einem völlig unerwarteten 6:3‑Erfolg gegen den souveränen Tabellenführer SSV Schönmünzach, anschließend mit einem hart erkämpften 5:5 gegen die TTF Rastatt. Für ein Team, das vor dem Wochenende nur knapp über den Abstiegsrängen stand, ist dieses Ergebnis ein starkes Lebenszeichen und ein deutlicher Hinweis darauf, dass der TSV in der Rückrunde konkurrenzfähig ist.

Bad Rodach schlägt den Ligaprimus – 6:3 gegen Schönmünzach

Der Tabellenführer aus Schönmünzach reiste mit einer beeindruckenden Bilanz von 18:2 Punkten an und galt als klarer Favorit. Doch schon in den ersten Ballwechseln wurde deutlich, dass Bad Rodach an diesem Tag nicht gewillt war, die Rolle des Außenseiters anzunehmen. Die Mannschaft agierte von Beginn an mutig, konzentriert und mit einer bemerkenswerten Geschlossenheit.

Bereits in den Doppeln zeigte sich, dass der TSV dem Spitzenreiter Paroli bieten würde. Mühlbach und Andriushchenko setzten sich nach vier Sätzen durch und sorgten für den ersten Stimmungsaufschwung in der Halle. Pashchenko und Schirm kämpften sich in den Entscheidungssatz, mussten sich dort jedoch geschlagen geben. Das 1:1 zum Auftakt war dennoch ein deutliches Zeichen, dass Bad Rodach an diesem Tag mehr als nur mithalten konnte.

In der ersten Einzelrunde entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Valerija Mühlbach dominierte ihr Auftaktmatch gegen Laura Kaim mit 3:0 und bestätigte ihre starke Form. Veronika Andriushchenko verlor nach zwei hauchdünnen Sätzen, zeigte aber spielerisch eine überzeugende Leistung. Polina Pashchenko brachte Bad Rodach mit einem konzentrierten 3:1 erneut in Führung, ehe Svenja Schirm trotz großem Kampf im fünften Satz unterlag. Beim 3:3 zur Halbzeit war die Partie völlig offen – und die Stimmung in der Halle spürbar elektrisiert. Dann folgte die stärkste Phase des TSV an diesem Wochenende. In der zweiten Einzelserie gewann Bad Rodach alle drei Partien. Mühlbach blieb erneut ohne Satzverlust und spielte nahezu fehlerfrei. Andriushchenko drehte ihr Match nach verlorenem erstem Satz und zeigte große Moral. Pashchenko setzte mit einem souveränen 3:0 den Schlusspunkt. Mit 23:12 Sätzen fiel der 6:3‑Erfolg am Ende überraschend deutlich aus.

TSV 1860 Bad Rodach - SSV Schönmünzach 6:3

Mühlbach/Andriushchenko – Kaim/Bill 3:1 (11:13; 11:7; 13:11; 11:6) Pashchenko/Schirm – Kaim/Bernhard 2:3 (11:6; 3:11; 11:8; 4:11; 1:11) Mühlbach – L. Kaim 3:0 (11:7; 12:10; 13:11) Andriushchenko – J. Kaim 1:3 (10:12; 10:12; 11:3; 8:11) Pashchenko – Bill 3:1 (11:7; 6:11; 11:3; 14:12) Schirm – Bernhard 2:3 (4:11; 11:8; 3:11; 12:10; 7:11) Mühlbach – J. Kaim 3:0 (12:10; 11:5; 11:9) Andriushchenko – L. Kaim 3:1 (8:11; 11:1; 11:8; 11:6) Pashchenko – Bernhard 3:0 (11:8; 11:8; 11:9)

Punkteteilung gegen Rastatt – 5:5 nach wechselhaftem Spielverlauf

Nur einen Tag später wartete mit den TTF Rastatt bereits der nächste Gegner, trotz des kräftezehrenden Vortags zeigte Bad Rodach erneut eine konzentrierte und kämpferische Leistung.

In den Doppeln bestätigte sich das Bild des Vortags: Mühlbach und Bienek gewannen souverän, während Andriushchenko und Pashchenko ihr Match abgeben mussten. Das 1:1 zum Auftakt war erneut ein realistischer Spiegel des Kräfteverhältnisses.

In der ersten Einzelrunde spielte der TSV groß auf. Mühlbach gewann klar mit 3:0, Andriushchenko setzte sich in vier Sätzen durch, und Pashchenko dominierte ihr Match mit 3:0. Nur Schirm musste sich geschlagen geben. Mit einer 4:2‑Führung ging Bad Rodach in die zweite Einzelserie – und die Hoffnung auf den zweiten Sieg des Wochenendes war greifbar. Doch Rastatt zeigte große Moral und kämpfte sich zurück. Drei der vier Partien gingen an die Gäste, zwei davon im Entscheidungssatz. Mühlbach blieb auch in ihrem vierten Einzel des Wochenendes ungeschlagen und gewann ein intensives Fünfsatzmatch. Andriushchenko und Pashchenko verloren ihre Spiele jeweils knapp im fünften Satz – Momente, die den möglichen Sieg kosteten. Schirm unterlag anschließend Gaiser in drei Sätzen.

TSV 1860 Bad Rodach - TTF Rastatt 5:5

Mühlbach/Bienek – Kiziuk/Gaiser 3:1 (11:9; 11:5; 6:11; 11:2) Andriushchenko/Pashchenko – Wolf/Vydruchenko 1:3 (11:5; 9:11; 6:11; 5:11) Mühlbach – Vydruchenko 3:0 (11:8; 11:9; 11:9) Andriushchenko – Wolf 3:1 (13:11; 7:11; 11:7; 11:8) Pashchenko – Gaiser 3:0 (11:5; 11:7; 11:2) Schirm – Kiziuk 0:3 (3:11; 6:11; 3:11) Mühlbach – Wolf 3:2 (11:8; 11:2; 8:11; 8:11; 11:2) Andriushchenko – Vydruchenko 2:3 (11:6; 10:12; 9:11; 11:5; 6:11) Pashchenko – Kiziuk 2:3 (7:11; 11:6; 11:6; 10:12; 4:11) Schirm – Gaiser 0:3 (6:11; 8:11; 6:11)

Mit drei Punkten aus zwei Spielen hat der TSV 1860 Bad Rodach seine Ausgangslage im Abstiegskampf deutlich verbessert. Der Sieg gegen den Tabellenführer und das Unentschieden gegen Rastatt zeigen, dass die Mannschaft durchaus in der Lage ist als Aufsteiger in der Liga mitzuhalten. Die Formkurve zeigt nach oben – und die Konkurrenz dürfte den TSV nun deutlich ernster nehmen.

Kommentar von Norbert Thumser, Presse- und Medienwart des TSV 1860 Bad Rodach

„Der Sieg gegen Schönmünzach war überragend, das Remis gegen Rastatt verdient – dennoch bleibt das Gefühl, dass sogar noch mehr möglich gewesen wäre. Zwei knappe Fünfsatzniederlagen am Sonntag haben uns den zweiten Sieg gekostet. Aber genau diese Spiele zeigen, dass wir in der Rückrunde auf Augenhöhe mit fast jedem Gegner sind.“