Bereits die Doppel eröffneten den Nachmittag in der Gerold Strobel Halle mit spektakulären Momenten. Mühlbach und Pașchenko sicherten den ersten Punkt für Bad Rodach, nachdem sie im ersten Satz einen 3:7-Rückstand aufholten und am Ende mit (11:9, 8:11, 12:10, 11:7) gegen Kölling und Tischenko den ersten Punkt für die Thermalbadstädterinnen holten. Besonders beeindruckend war ihre taktische Umstellung nach dem verlorenen zweiten Satz, die sie zurück auf die Erfolgsspur brachte. Das Doppel Solodenko und Schirm gegen Fischer und Vakhrusheva entwickelte sich zu einem wahren Krimi, in dem die Gastgeberinnen zwei Matchbälle ungenutzt ließen und mit (5:11, 11:8, 12:10, 9:11, 13:15) hauchdünn unterlagen.
In den Einzeln übernahm Bad Rodach die Kontrolle, zumindest was die Zähler auf der Punktetafel betrafen. Valerija Mühlbach drehte einen 1:2-Satzrückstand gegen Vakhrusheva mit präzisem Spiel und entschied die Partie (11:6, 7:11, 7:11, 11:5, 11:6) für sich. Pașhchenko lieferte gegen Fischer ein dramatisches Duell: Im entscheidenden fünften Satz lag sie mit 7:10 zurück, bevor sie fünf Punkte in Folge holte und die Zuschauer mit ihrem Sieg (11:6, 9:11, 4:11, 13:11, 12:10) zum Jubeln brachte. Anastasiia Solodenko ließ Tischenko keine Chance und dominierte nach einem knappen ersten Satz klar mit (12:10, 11:1, 11:4). Sophie Schirm hingegen musste eine bittere Niederlage einstecken, als sie ihre 2:0-Satzführung gegen eine stark spielende Kölling nicht halten konnte und mit (11:2, 11:7, 9:11, 8:11, 6:11) am Ende unterlag. Ein schöner Moment im Anschluss des Spiels, der obligatorische Händedruck wurde durch eine Umarmung der beiden Spielerinnen ersetzt. Im weiteren Verlauf der Einzel zeigte Mühlbach einmal mehr ihre Klasse und bezwang Fischer in drei knappen Sätzen mit (11:8, 11:8, 11:9). Pașchenko begeisterte erneut, als sie einen 0:2-Rückstand gegen Vakhrusheva aufholte und das Spiel mit (9:11, 10:12, 11:3, 11:4, 11:9) drehte. Solodenko bewies Nervenstärke gegen Kölling und setzte sich in einer hart umkämpften Partie mit (8:11, 11:7, 11:6, 5:11, 11:7) durch. Den krönenden Abschluss der Begegnung bildete Sophie Schirms zweites Einzel gegen Tischenko. Fast das gesamte Spiel über, waren alle Augen nur noch auf diesen einen Tisch gerichtet. Nach einem 0:2 Rückstand, stellte Schirm´s Coach, Yannick Rauscher seine Spielerin neu ein, was der jungen Bad Rodacherin zu einem Comeback verhalf. Sie gewann schließlich (10:12, 6:11, 12:10, 11:6, 11:7), setzte den Schlusspunkt zum 8:2 Endstand und brachte damit die Bad Rodacher Zuschauer ein letztes Mal zum Jubeln.
Mit diesem Erfolg setzt der TSV 1860 Bad Rodach ein weiteres starkes Zeichen im Kampf um den Aufstieg in die 3. Bundesliga. Die Rekordkulisse in der Gerold-Strobel-Halle wurde beiden Mannschaften und ihren gezeigten Leistungen an diesem Nachmittag mehr als gerecht. Gerade solche Spiele sind es, die es verdienen vor viel Publikum ausgetragen zu werden. Nun geht es für den TSV Bad Rodach mit zwei Auswärtsspielen in die Schlußgerade. Am Samstag, den 05.04 tritt man beim direkten Verfolger FC Bayern München an, einen Tag später findet das letzte Saisonspiel für den TSV beim TSV Dachau III statt. Dann wird feststehen, ob die TSV Damen ihr Ziel - die dritte Bundesliga - erreicht haben.
Norbert Thumser:
„Was für ein Wahnsinns Spiel. Unsere Damen behalten die Nerven und können 5 der 7 Spiele im Entscheidungssatz gewinnen. Das hätte genauso andersherum laufen können. Ein großes Lob auch an Mühlhausen, dessen Spielerinnen in keiner einzigen Situation aufgegeben haben und somit wesentlichen Anteil an diesem „Event“ vor dieser Zuschauerkulisse haben. Pure Werbung für den Tischtennissport.“
TSV 1860 Bad Rodach - Post SV Mühlhausen 8:2
Mühlbach, Valerija/Pashchenko, Polina - Kölling, Kira/Tischenko, Margarita (11:9;8:11;12:10;11:7) 3:1 Solodenko, Anastasiia/Schirm, Sophie - Fischer, Annika/Vakhrusheva, Elina (5:11;11:8;12:10;9:11;13:15) 2:3 Mühlbach, Valerija - Vakhrusheva, Elina (11:6;7:11;7:11;11:5;11:6) 3:2 Pashchenko, Polina - Fischer, Annika (11:6;9:11;4:11;13:11;12:10) 3:2 Solodenko, Anastasiia - Tischenko, Margarita (12:10;11:1;11:4) 3:0 Schirm, Sophie - Kölling, Kira (11:2;11:7;9:11;8:11;6:11) 2:3 Mühlbach, Valerija - Fischer, Annika (11:8;11:8;11:9) 3:0 Pashchenko, Polina - Vakhrusheva, Elina (9:11;10:12;11:3;11:4;11:9) 3:2 Solodenko, Anastasiia - Kölling, Kira (8:11;11:7;11:6;5:11;11:7) 3:2 Schirm, Sophie - Tischenko, Margarita (10:12;6:11;12:10;11:6;11:7) 3:2